Über Light Alliance
Pioniere des Alltags
Gibt es in Ihrer Wohnung optische Technologien? Sicher, Sie haben Lampen, aber ist da noch mehr? Photonik steckt in vielen Geräten: im LCD-Fernseher, im CD-Player, im Auto, in der Solaranlage und im Smartphone.
Kein Wunder, dass die Branche boomt: Knapp 124.000 Beschäftigte sind in den optischen Technologien bereits tätig, rund 1.000 Unternehmen in Deutschland erwirtschaften 2010 einen Gesamtumsatz von 21,9 Milliarden Euro. Mehr als ein Drittel davon geht auf neue Produkte zurück, die jünger als drei Jahre alt sind. 13,4 Prozent des Umsatzes flossen 2010 in Forschung und Entwicklung. Und trotzdem: Die Öffentlichkeit weiß wenig über diese Industrie.
Das wird sich ändern: Der Industrieverband SPECTARIS hat gemeinsam mit elf Unternehmen der optischen Technologien die Initiative Light Alliance gegründet. Sie haben eine Gemeinsamkeit: Ihre Branche prägt und stärkt den Wirtschaftsstandort Deutschland wie kaum eine andere – davon soll die Öffentlichkeit mehr erfahren. Optische Technologien wirken sich als Schlüsselsdisziplin auf so gut wie alle Industriezweige aus – und treiben diese mit ihrer Innovationskraft voran. Doch der interdisziplinäre Ansatz war bisher auch ein Grund, warum die Photonik in der Öffentlichkeit so wenig präsent war.
Spannende Arbeitsplätze in der Photonik
Dr. Ulrich Simon, Geschäftsführer Carl Zeiss MircoImaging GmbH
Mehr Coca-Cola, weniger Einstein
„Es gibt nicht das eine Bild, das für optische Technologien steht“, sagt Rainer Küchler, Geschäftsführer der Heraeus Noblelight GmbH, Weltmarktführer bei der Herstellung von Speziallichtquellen.„Wir reden von einem äußerst komplexen Feld, das vom DVD-Player bis zur Produktionsanlage in der KFZ-Industrie reicht.“ Küchlers Unternehmen trat der Light Alliance bei, um die Arbeit des Unternehmens mehr sichtbar zu machen. „Wir brauchen mehr Coca-Cola und konkrete Erlebnisse, dafür weniger Einstein und theoretische Physik“, sagt er. „Optische Technologien müssen greifbarer und anfassbarer werden. Denn genau das sind sie: praxisorientiert und nah am Menschen.“
Was viele ebenfalls nicht wissen: Die optischen Technologien bieten sowohl Ingenieuren als auch Naturwissenschaftlern ein kreatives Arbeitsumfeld mit hohem Karrierepotential. Denn: „Die optischen Technologien leiden unter einem Fachkräftemangel: vom Facharbeiter über Techniker bis zum Akademiker“, sagt Dr. Lutz Aschke, Geschäftsführer der LIMO Lissotschenko Mikrooptik GmbH. „Mit der Light Alliance wollen wir jungen Talenten zeigen, welche spannenden Aufgaben die Branche bietet.“ Wer zum Beispiel Maschinenbau, Chemiewesen oder physikalische Technik studiert hat, gern experimentiert und Ideen umsetzt, hat beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere, gleiches gilt für Feinwerkmechaniker, Systemelektroniker oder Elektrotechniker. Vor allem Begeisterungsfähigkeit für neue Technologien und Flexibilität sind gefragt, denn bei der Arbeit mit Lichttechnik wird kontinuierlich Pionierarbeit geleistet.
Nobelpreis für die Photonik
Die Branche lebt von ihrem unglaublichen Innovationsgeist: Fortschritte in Entwicklung und Forschung gibt es praktisch wöchentlich. Sie kommen aus der Biomedizin oder Lasertechnologie, handeln von regenerative Energien oder lichtgestützten Kommunikationstechniken. Und: Die deutsche optische Industrie ist weltweit führend – darüber spricht die Light Alliance jetzt in aller Öffentlichkeit. „In Deutschland beherrschen einige wenige Branchen die öffentliche Wahrnehmung“, sagt Dr. Stefan Traeger, Geschäftsführer Leica Microsystems CMS GmbH. „Aber hat mal jemand ausgerechnet, wie viele Nobelpreise auf Geräten der deutschen optischen Industrie basieren?“ Es dürfte eine lange Rechnung werden: Erst 2009 ging der Physik-Nobelpreis an die Erfinder des CDD-Sensors – eine Lichttechnologie. 2008 gab es den Preis für Forschungen im Bereich Fiberoptik, 2005 für laserbasierte Präzisionsspektrographie.
Hinter der Light Alliance stehen neben dem Industrieverband SPECTARIS die Unternehmen A. Krüss Optronic GmbH, Berliner Glas KGaA, Carl Zeiss AG, Heraeus Noblelight GmbH, Hellma GmbH & Co. KG, Jenoptik AG, Jüke Systemtechnik GmbH, Leica Microsystems GmbH, LIMO GmbH, m-u-t AG und SCHOTT AG. Das Besondere ist, dass sich damit Firmen zusammenschließen, die harte Wettbewerber im Markt sind. „Wir brauchen alle Fachkräfte und wir hoffen, dass wir jungen Leuten zeigen können, welches Potenzial in den optischen Technologien steckt“, so Stefan Traeger.
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Industrieverband SPECTARIS
Daniela Waterböhr
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