Quereinstieg
Quer denken, quer einsteigen
Christian Schroers ist kein Physiker und auch kein Optik-Experte. Er studierte Elektrotechnik – und machte Karriere in der Photonik-Branche.
Alles begann mit seiner Diplomarbeit, die er bei einem Hersteller von Lichtleitern schrieb. Schroers stellte fest: In diesem Bereich will er arbeiten. Inzwischen ist Schroers seit sieben Jahren bei der LIMO Lissotschenko Mikrooptik GmbH beschäftigt – und entwickelt erfolgreich fasergekoppelte Laser. Sie werden in der Augen- und Zahnmedizin genutzt. Hautärzte entfernen damit Tätowierungen und Haare, ein Fernsehhersteller aus Asien schweißt damit Kunststoffteile. Kein Wunder, dass die Photonik-Branche Quereinsteiger begrüßt – Leute wie Schoers können gut über den eigenen Tellerrand blicken.
Personal-Recruiting in den Optischen Technologien
Jenoptik Vorstand Dr. Michael Mertin über den Fachkräftemangel in den Optischen Technologien.
Ob in der Medizin oder Biotechnologie, in der Messtechnik, im Automobil- und Maschinenbau: Überall sind Produkte aus optischen Technologien mit im Spiel. Photonik ist eine echte Schlüsseltechnologie – und das gilt auch für die Karrierechancen. Die Branche sucht Spezialisten aus nahezu allen technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen. Und sie bietet ihnen eine Einstiegshilfe: Absolventen können in Trainee-Programmen die Unternehmen kennen lernen. Dort warten spannende Aufgaben in interdisziplinären Teams auf sie.
Ideen mit Weitblick
„Die spannenden Fragestellungen sind das beste an meinem Job“, sagt auch Ralf Wolleschensky. Er leitet das Advanced Development bei Carl Zeiss MicroImaging GmbH – eine Art Ideenschmiede im Bereich Mikroskopie. „Wir entwickeln innovative Lösungen für Wissenschaftler, die damit ihrerseits Entwicklungen vorantreiben“, so der Diplom-Physiker. „Da sich Fragestellungen und Herangehensweisen in der Wissenschaft schnell ändern, müssen auch wir schnell sein!“ Der Prozess vom Aufgreifen einer Idee über die Entwicklung bis zur Produktion dauere bei Carl Zeiss nur ein bis zwei Jahre - das sei fast schon ein Rekord. Dafür arbeitet Wolleschensky mit einem Team aus Biologen, Physikern, Ingenieuren, Konstrukteuren, Optikdesignern, Elektronikern und Softwarespezialisten.
Gerade die interdisziplinäre Arbeitsweise, der Bedarf, auf andere Disiziplinen oder Branchen einzugehen, das macht Naturwissenschaftler für die Photonik-Unternehmen so interessant. „Ihr Einsatzgebiet liegt häufig an der Schnittstelle zwischen dem Kunden und den Geräten“, sagt Stephan Bannierink, Leiter Entwicklung bei der Jüke AG. „Sie können die Auftraggeber viel besser beraten und gemeinsam mit den Entwicklern Anwendungen optimieren“. Damit liefern die Unternehmen auch genau die Ergebnisse, die der Kunde benötigt.
Gespür für andere Branchen ist wichtig
Sven Warnck würde des bestätigen. Er kommt selbst aus der Nachrichtentechnik, studierte dann aber physikalische Technik mit Schwerpunkt Optik und Lasertechnik. Bei der m-u-t AG startete er in der Entwicklung, wurde Projekt- später Bereichsleiter. Heute ist der 39-Jährige verantwortlich für Human Resources und Business Development – und sucht nach jungen Talenten „Das Spannende an unserer Branche ist die hohe Innovationsrate“, sagt er. „Aktuell zum Beispiel arbeitet die m-u-t AG an einer Technologie für Diabetiker, die den Blutzuckergehalt im Körper kontinuierlich misst.“ Nicht allein optisches Know-how sei deshalb in der Photonik gefragt. „Das A und O ist die Fähigkeit, über die Grenzen der eigenen Disziplin zu schauen und teamorientiert zu arbeiten. Wer ein Gespür dafür hat, in welchem Takt andere Fachgebiete schlagen, ist in den optischen Technologien gut aufgehoben.“
Aktuelles
Neue Artikel
Veranstaltungen
Kontakt
zur Light Alliance
Industrieverband SPECTARIS
Daniela Waterböhr
Fon: +49 (0)30 41 40 21-0
E-Mail:
This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.


