Aus dem Berufsleben
Gestern Studentin, heute gefragte Entwicklerin
Susanne Hertsch ist Entwicklerin in der Division Optoelektronik von Heraeus Noblelight. Im Interview erzählt sie von ihrem Weg in die Photonik und warum ihre tägliche Arbeit immer spannend bleibt.

Können Sie etwas über Ihre Ausbildung sagen? Wo haben Sie mit welchem Schwerpunkt studiert?
Mein Studium der Physik habe ich an der Technischen Universität Darmstadt absolviert. Als ich mit dem Studium 2003 angefangen habe, war bereits die Umstellung vom Diplom- auf den Bachelor-/Master-Abschluss erfolgt. Dadurch hatte ich im Bachelorstudium die Möglichkeit, die unterschiedlichen Bereiche innerhalb der Physik tiefergehend kennenzulernen. Auf dieser Basis habe ich als Schwerpunkt für mein Masterstudium „Moderne experimentelle Optik“ gewählt. Thematisch haben wir uns dabei zum Beispiel mit Halbleitern und Lasern befasst.
Wie kam es, dass Sie sich für optische Technologien interessierten?
Während meiner einjährigen Abschlussarbeit am universitätsinternen Institut für Angewandte Physik habe ich an einem Experiment mitgewirkt, das sich mit der Erzeugung von Bose-Einstein-Kondensaten beschäftigt. Dabei werden Atome in verschiedenen Kühlschritten, die unter anderem mit Lasern realisiert werden, bis nahezu an den absoluten Temperatur-Nullpunkt bei -273°C herunter gekühlt. In der täglichen Laborarbeit hatte ich so vielfältige Gelegenheiten, das in den Vorlesungen erlernte Wissen umzusetzen und den Umgang zum Beispiel mit Lasern kennen zu lernen. Das hat in mir den Wunsch bestätigt, mich auch beruflich weiter auf dem Gebiet der optischen Technologien zu betätigen.
Wie kam es zum Kontakt mit Heraeus Noblelight?
Da ich in der Rhein-Main-Region aufgewachsen bin, kannte ich Heraeus schon sehr lange vom Namen her. Zum Ende meines Studiums habe ich mich dann gezielt über mögliche Arbeitsfelder und deren Attraktivität in der Photonik informiert. Dabei ist auch die Heraeus Noblelight, der Geschäftsbereich Speziallichtquellen des Heraeus Konzerns, in meinen Fokus gerutscht. Als ich letztes Jahr vom internen Start-Up der Division Optoelektronik dort erfahren habe, war dies für mich ein echter Glücksfall.
Wie lange sind Sie schon dort?
Ich bin seit September 2010 als Entwicklungsingenieurin in der Division Optoelektronik tätig. Hier kann ich meine Kenntnisse und Erfahrungen sehr gut mit einbringen und auch stetig erweitern und vertiefen.
Was sind Ihre heutigen Aufgaben?
In der Division Optoelektronik entwickeln und produzieren wir UV-LED Systeme im Chip-On-Board-Verfahren und auch darauf abgestimmte Peripheriegeräte. Diese werden in der Industrie zum Beispiel für Härtung und Trocknung von Farben eingesetzt. Dabei fahren wir zweigleisig. Neben Standardprodukten, die modular und leicht an viele Kundenbedürfnisse angepasst werden können, entwickeln wir auch sehr kundenspezifische UV-LED Lösungen.
Zu meinen Aufgaben gehört es, die Optik, die das UV-Licht effizient nutzbar macht, mit zu entwickeln, zu testen und zu bewerten. Daneben vermesse ich unsere Produkte nach ihrer Fertigstellung, um sicher zu stellen, dass sie die vom Kunden gestellten Spezifikationen erfüllen. Darüber hinaus teste und analysiere ich neue LEDs in Lebensdauermessungen auf ihre Langzeitstabilität und betreue die Entwicklung der Peripheriegeräte wie Kühlung und Stromversorgung. .
Können Sie ein konkretes Projekt beschreiben, an dem Sie arbeiten?
Als Beispiel möchte ich gerne einen Einblick in ein aktuelles Projekt geben, da es sehr repräsentativ ist. Für einen Kunden wird von uns der Prototyp für ein komplett neues UV-LED System geplant, entwickelt, beschafft, aufgebaut, vermessen und geprüft. Wie sich daraus vielleicht schon ablesen lässt, sind diese Schlagworte nur die Spitze des Eisberges. Die Planung umfasst zum Beispiel neben der genauen Auslegung der LED-Einheit (Packungs- und Leistungsdichte der LEDs) und der Optik (Anpassung an die verwendeten LEDs und das erwünschte Beleuchtungsprofil) auch die Wahl der richtigen Kühlung und die Anpassung der Stromversorgung. Die Entwicklung geschieht großteils bei uns, aber auch in Zusammenarbeit mit externen Spezialisten. Im Zuge eines Projektes gibt es immer neue Herausforderungen, denen wir uns als Team stellen. Man lernt – zum Glück – nie aus, was die Garantie dafür ist, dass die tägliche Arbeit weiter interessant und spannend bleibt.
Optische Technologien gelten als innovatives Arbeitsumfeld - würden Sie das bestätigen?
Für mich kann ich das nur bestätigen. Um unsere UV-LED Systeme an neue Kundenanforderungen effizient und zielgerichtet anzupassen, verlassen wir oft die bekannten Wege und betreten Neuland. Dies geschieht in vielfacher Hinsicht: Beispielsweise basiert die Optik auf einem völlig neuartigen Konzept, die Kühlung wird neu durchdacht oder die Stromversorgung erhält neue Features, die dem System eine verbesserte Prozesssicherheit garantieren. Zu einer Innovation wird eine gute Idee ja erst durch ihre gelungene Umsetzung, und dies findet bei uns sozusagen tagtäglich statt.
In technischen Berufen und Studiengängen gibt es nach wie vor mehr Männer als Frauen - war bei Ihnen das je ein Problem?
Ehrlich gesagt nein. Ich hatte bislang immer den Eindruck, dass es die erbrachte Leistung ist, die zählt, und nicht, ob man ein Mann oder eine Frau ist.
Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit besonders?
Dadurch, dass wir noch eine sehr junge und kleine Abteilung sind, sind unsere Aufgabenfelder sehr breit gefächert und es wird definitiv nie langweilig. Ich erhalte in alle Bereiche, auch in die, mit denen ich mich nicht direkt selbst beschäftige, tiefe Einblicke. Dies ist bei der Entwicklung eines neuen Produktes von großem Vorteil, da ich nicht nur einen Ausschnitt kenne, sondern das „große Ganze“. Gleichzeitig beeindrucken mich immer wieder aufs Neue, wie effizient und gut wir im Team zusammenarbeiten und es uns gelingt, neue Herausforderungen zu meistern.
Würden Sie Heraeus als Arbeitgeber empfehlen?
Es wird vielleicht nicht überraschen, dass ich das jetzt sage, aber ich kann Heraeus als Arbeitgeber nur empfehlen. Ich schätze hier sehr, dass wir alle an einem Strang ziehen. Wenn wir zum Beispiel für unsere Arbeit die Kompetenz aus einer anderen Heraeus-Abteilung oder einem anderen Geschäftsbereich benötigen, so wird immer sehr schnell und unbürokratisch geholfen. Zudem ist es in meinen Augen von unschätzbarem Wert, wenn die eigene Leistung und Arbeit wertgeschätzt wird und sich auch für einen selbst innerhalb „des großen Ganzen“ einordnen lässt.
Außerdem schätze ich bei Heraeus das besondere Angebot an Weiterbildungsprogrammen für Hochschulabsolventen das soziale Engagement und die Gesundheitsförderung sehr, da ich weiß, dass dies alles andere als selbstverständlich ist. Und auf das wirklich gute Mitagessen in der Heraeus Kantine freue ich mich an jedem Arbeitstag.
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