„Wir ebnen der Forschung den Weg“

Ralf Wolleschensky ist findiger Ideenscout, kreativer Wegbereiter und knallharter Analytiker in einem. Als Leiter des Advanced Development bei Carl Zeiss MicroImaging GmbH forscht und entwickelt der diplomierte Physiker im Bereich Mikroskopie.

„Die spannenden Fragestellungen sind das Beste an meinem Job. Wir entwickeln Geräte für Forscher und Wissenschaftler und bieten ihnen innovative Lösungen, mit denen sie ihrerseits Entwicklungen vorantreiben können. Da sich Fragestellungen und Herangehensweisen in der Wissenschaft schnell ändern, müssen auch wir uns schnell anpassen: Der Prozess vom Aufgreifen einer Idee über die Entwicklung bis zur Produktion dauert bei Carl Zeiss ein bis zwei Jahre, und das ist wirklich schnell. Dafür arbeiten wir im Team mit bis zu 30 Spezialisten. Je nach Projekt sitzen da Biologen, Physiker, Ingenieure, Konstrukteure, Optikdesigner oder auch Elektroniker und Softwarespezialisten zusammen.

Die Arbeitsabläufe im Bereich Vorausentwicklung, in dem ich tätig bin, lassen sich in drei Phasen einteilen: Ideen sammeln, priorisieren, auswählen und prüfen. Am Anfang steht immer die Frage: Was brauchen unsere Kunden, zum Beispiel Forschungsinstitute und Universitäten? Dafür screenen wir täglich den Markt – entweder passiv im Internet, über Veröffentlichungen und auf Konferenzen oder aktiv über den direkten Kontakt zu Wissenschaftlern. Mit diesem Wissen an der Hand ‚priorisieren’ wir die Ideen, das heißt wir bereiten sie so auf, dass sie miteinander verglichen und bewertet werden können. Im dritten Schritt wählen wir dann die attraktivste Idee aus und testen sie im so genannten ‚proof of concept’ wo sich dann zeigt, ob das, was wir uns ausgedacht haben, tatsächlich realisierbar ist. Wenn wir auf dieser Basis entscheiden, dass es sich lohnt, aus der Idee ein Produkt zu machen, geben wir es in die Entwicklung weiter. Dort entsteht dann ein serienreifes Produkt.

Es ist toll, wie wir mit optischen Technologien helfen das Leben zu verstehen. Gerade in der Mikroskopie stoßen wir ja in Bereiche vor, die noch nie zuvor jemand gesehen hat oder untersuchen konnte. 2004 haben wir zum Beispiel eine neue Mikroskopiemethode am Markt etabliert, mit der jetzt Wirkmechanismen in der Zelle studiert werden. Daraus ergeben sich unglaubliche Möglichkeiten – für die Medizin und auch für uns. Denn parallel zu den immer neuen Erkenntnissen in der Forschung entwickeln wir auch wieder die passenden Geräte. Und ebnen so erneut den Weg für die Forschung.“

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